Versicherungsglossar

Versicherungschinesisch einfach übersetzt

Krankenversicherung

ADL-Score:
Ist ein Verfahren zur Messung der Alltagskompetenz (Activities of Daily Living). Dabei werden für Tätigkeiten des täglichen Lebens Punkte vergeben, z.B. waschen, anziehen, essen etc. Einige Private Pflegezusatzversicherungen orientieren sich neben der Einschätzung des medizinischen Dienstes auch an dem ADL-Score.
Alterungsrückstellungen:
Dadurch soll in der privaten Krankenversicherung verhindert werden, dass die Krankenversicherungsbeiträge im Alter übermässig steigen. Das Prizip: In jungen Jahren, wenn das Krankheitsrisiko und damit die Gesundheitskosten niedrig sind, wird ein Teil der Beiräge zur Seite gelegt. Die so angesparten Rückstellungen können dann im Alter, wenn das Risiko und die Kosten höher sind, verwendet werden, um die Beiträge stabil zu halten. Der gesetzliche Zuschlag fließt z.B. in die Alterungsrückstellungen ein, ist aber nicht der einzige Beitragsteil der dafür verwendet wird.
Anwartschaftsversicherung:
Ermöglicht den späteren Wechsel in eine private Krankenversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung. Man unterscheidet dabei zwischen der kleinen und großen Anwartschaft. Bei der kleinen Anwartschaft wird lediglich der Gesundheitszustand "eingefroren", bei der großen Anwartschaft werden zusätzlich Alterungsrückstellungen gebildet.
Arbeitgeberzuschuss:
Auch privat versicherte Arbeitnehmer erhalten zu Ihrer Krankenversicherung einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Dieser beträgt die Hälfte des Gesamtbeitrages, maximal jedoch 323,03 € (Stand 2018). Für die Pflegeversicherung beträgt der maximale Arbeitgeberzuschuss 56,42 € (Stand 2018).
Basistarif:
Dies ist ein spezieller Tarif in der privaten Krankenversicherung. Die Besonderheit: Es besteht Kontrahierungszwang. Der Beitrag ist begrenzt auf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Auch die Leistungen müssen mit denen der GKV vergleichbar sein.
Beitrag:
In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag nach dem Einkommen. Bei der privaten Krankenversicherung spielen Alter und Gesundheitszustand eine Rolle.
Beitragsbemessungsgrenze (BBG):
Höchstbetrag, bis zu dem Arbeitsentgelt bei der Berechnung des Beitrags berücksichtigt wird. Für 2018 ist die BBG zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung 4.425,- € monatlich bzw. 53.100,- € jährlich (alte Bundesländer). Einkommen das darüber hinaus geht, bleibt bei der Beitragsberechnung unberücksichtigt.
Beitragsrückerstattung (BRE):
Nach einem bestimmten leistungsfreien Zeitraum (meist 1 Jahr) erhält der Versicherte einen Teil seiner Beiträge zurück. Häufig ist die Höhe der Rückerstattung gestaffelt. Je länger keine Leistungen in Anspruch genommen wurden, umso höher die Rückerstattung. Manche Versicherer (aber nicht alle!) werten Vorsorgeuntersuchungen oder Schutzimpfungen als nicht BRE schädlich und zahlen eine Rückerstattung aus, obwohl z.B. eine Vorsorgeuntersuchung (= Leistung) durchgeführt wurde. Aber nicht jeder Versicherer bietet überhaupt eine BRE. Allerdings heißt das nicht zwangsweise, dass Tarife ohne Beitragsrückerstattung schlechter sind als solche mit. Der Nachteil einer BRE ist, dass z.B. weniger Geld für die Alterungsrückstellungen zur Verfügung steht, was die Beitragsstabilität im Alter gefährden kann.
Beitragssatz:
Der aktuelle Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung liegt bei 14,6 %. Davon zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte. Darüber hinaus können die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag verlangen, der vom Arbeitnehmer allein zu tragen ist. Für die gesetzliche Pflegepflichtversicherung ist der Beitragssatz 2,55 %. Diesen teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen. Kinderlose über 23 Jahre zahlen einen Zusatzbeitrag von 0,25 %, den der Arbeitnehmer allein zu tragen hat.
Beitragszuschuss:
Rentner, die freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichert sind, können zu ihrer gesetzlichen Rente einen Zuschuss für die Krankenversicherung beantragen.
Chefarztbehandlung:
Gemeint ist damit, dass der Versicherte den behandelnden Arzt im Krankenhaus frei wählen kann. Dies muss nicht zwangsweise der Chefarzt sein.
Gesetzlicher Zuschlag:
Um die Beiträge auch im Alter stabil halten zu können, sind die privaten Krankenversicherer seit dem Jahr 2000 verpflichtet, auf den kalkulierten Beitrag, einen Zuschlag von 10 % zu erheben (siehe auch Alterungsrückstellungen).
Hausarztprinzip:
Wird auch Primärarztprinzip genannt. Der privat krankenversicherte vereinbart, dass die Erstbehandlung grundsätzlich über den Hausarzt erfolgt. Von dort erfolgt dann im Bedarfsfall eine Überweisung an die Fachärzte. Dieses Prinzip kennt man von der gesetzlichen Krankenversicherung.
Heilmittel:
Darunter fallen Maßnahmen, die den Heilungsprozess unterstützen bzw. beschleunigen. Z.B. Massagen, Logopädie, Medikamente etc.
Hilfsmittel:
Geräte, die körperliche Beeinträchtigungen ausgleichen oder lindern. Z.B. Brille, Prothesen, Gehilfen etc.
Höchstsatz:
Ärzte und Zahnärzte rechnen nach der jeweiligen Gebührenordnung (GOÄ bzw. GOZ) ab. Der Höchstsatz ist der 3,5fache Satz. Eine Abrechnung nach Höchstsatz bedarf einer Begründung des Arztes. Wird nicht von jeder Krankenversicherung übernommen.
Honorarvereinbarung:
Rechnet ein Arzt oder Zahnarzt über dem Höchstsatz der GOÄ / GOZ ab, so muss dies vorher schriftlich vereinbart werden. Nicht jede private Krankenversicherung übernimmt diese Kosten.
Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG):
Arbeitnehmer deren Bruttoeinkommen über der JAEG liegt, haben die Wahl sich privat oder freiwillig gesetzlich krankenzuversichern. Die JAEG ist 2018 bei 4.950,- € monatlich bzw. 59.400,- € jährlich.
Kindernachversicherung:
Die private Krankenversicherung der Eltern ist verpflichtet neugeborene Kinder ohne Risikozuschläge und Wartezeiten zu versichern. Voraussetzung: Die Vorversicherung der Eltern besteht seit mindestens 3 Monaten und die Geburt des Kindes wird innerhalb von 2 Monaten gemeldet.
Medizinischer Dienst:
Er legt fest inwieweit eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und demnach ein Leistungsanspruch aus der sozialen Pflegepflichtversicherung besteht.
Regelhöchstsatz:
Er beträgt den 2,3fachen Satz der GOÄ / GOZ. Wird in der Regel von jedem privaten Krankenversicherungstarif übernommen (Ausnahme Basistarif).
Wahltarife:
Wird von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten. Es gibt z.B. Selbstbehalt-Tarife, Prämientarife, Kostenerstattungstarife usw.
Wartezeiten:
Innerhalb der Wartezeit werden keine Leistungen erbracht. In der privaten Krankenversicherung gibt es die allgemeine Wartezeit von 3 Monaten und die besonderen Wartezeiten von 8 Monaten. Sie zählt für Psychotherapie, Zahnleistungen und Schwangerschaft. Bei einer privaten Krankenvollversicherung wird i.d.R. auf die Wartezeiten verzichtet.
Zahnstaffel:
Bei privaten Krankenversicherungen werden die Leistungen für Zahnersatz in den ersten Jahren häufig begrenzt.
Zusatzbeitrag:
Die gesetzlichen Krankenkassen können einen Zusatzbeitrag erheben. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es hierauf nicht.

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Altersvorsorge

Ablaufleistung:
Der Betrag, der bei Ablauf einer privaten Rentenversicherung oder Kapitallebensversicherung zur Verfügung steht.
Aktueller Rentenwert:
Dies ist der Wert eines Entgeltpunktes in der gesetzlichen Rentenversicherung. Seit 01.07.2017 beträgt er 31,03 Euro im Westen bzw. und 29,69 Euro im Osten. Die Summe der Entgeltpunkte wird mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert, daraus ergibt sich die Rentenhöhe. Siehe auch Rentenformel
Altersvorsorge:
Alle Maßnahmen, die ergriffen werden, um im Alter seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dazu zählen neben der gesetzlichen Rentenversicherung auch alle privaten Vorsorgemaßnahmen, wie z.B. private Rentenversicherung, Riester-Rente, Rürup-Rente, betrieble Altersvorsorge. Aber auch alle weiteren Einnahmen im Alter wie z.B. Mieten, Zinsen usw.
Anrechnungszeiten:
Zeiten in denen keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt werden, die aber dennoch bei den Wartezeiten und der Berechnung der Rente angerechnet werden. Das sind z.B. Zeiten wegen Krankheit, Mutterschaft, Arbeitslosigkeit etc.
Arbeitsentgelt:
Damit ist das Bruttoeinkommen gemeint. Daraus berechnet sich der Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung
Aufschubzeit:
Hierunter versteht man in der privaten Rentenversicherung die Zeit zwischen Vertragsbeginn und Beginn der Rentenzahlung.
Beitragsbemessungsgrenze (BBG):
Höchstbetrag, bis zu dem Arbeitsentgelt bei der Berechnung des Beitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt wird. Für 2018 ist die BBG zur gesetzlichen Rentenversicherung 6.500,- € / Monat (alte Bundesländer). Einkommen das darüber hinaus geht, bleibt bei der Beitragsberechnung unberücksichtigt.
Beitragsbemessungsgrundlage:
Für Arbeitnehmer i.d.R. das Arbeitsentgelt, für Selbständige, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, die Bezugsgröße.
Beitragsfreie Zeiten:
Zeiträume in denen keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden. Hauptsächlich Anrechnungs-, Ersatz- und Zurechnungszeiten.
Beitragsgeminderte Zeiten:
Dies sind Monate, die in der gesetzlichen Rentenversicherung sowohl mit Beitragszeiten als auch mit einer Anrechnungszeit, Ersatzzeit oder Zurechnungszeit belegt sind.
Beitragsrückgewähr:
In der privaten Rentenversicherung kann vereinbart werden, dass bei Tod vor Rentenbeginn, die eingezahlten Beiträge an die Hinterbliebenen ausbezahlt werden.
Beitragssatz:
Seit 01.01.2018 beträgt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung 18,6 %.
Beitragszahlungsdauer:
Der Zeitraum für den bei einer privaten Rentenversicherung die Beitragszahlung vereinbart wurde.
Beitragszeiten:
Zeiten für die Pflichtbeiträge oder freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden.
Betriebliche Altersvorsorge (bAV):
Eine Form der Altersvorsorge die in § 1 des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG) geregelt wird und zur 2. Schicht gehört. Beiträge zu einer bAV sind bis zu einer Höchstgrenze von 8 % der BBG zur gesetzlichen Rentenversicherung steuer- und bis 4 % sozialabgabenfrei (siehe auch Betriebliche Altersvorsorge).
Berücksichtigungszeiten:
Ein Begriff aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Dies ist die Zeit der Erziehung eines Kindes bis zum 10. Lebensjahr. Sie wird bei den Wartezeiten angerechnet und kann die Rente erhöhen.
Bezugsgröße:
Durchschnittsbruttoeinkommen aller gesetzlich rentenversicherter im vorvergangenen Jahr. Wichtiger Wert in der Sozialversicherung. 2018 ist die Bezugsgröße 3.045,- € / Monat (alte Bundesländer).
Bezugsrecht:
Legt fest, wer der Begünstigte einer (privaten) Versicherungsleistung ist.
Deckungskapital:
Der Wert den z.B. ein privater (Renten-) Versicherungsvertrag zu einem bestimmten Zeitpunkt hat.
Durchschnittseinkommen:
Das durchschnittliche Bruttoeinkommen aller gesetzlich rentenversicherter im aktuellen Jahr. Wurde vorläufig für das Jahr 2018 auf 37.873,- € veranschlagt. Nicht zu verwechseln mit der Bezugsgröße! Das Durchschnittseinkommen wird für die Ermittlung der Entgeltpunkte herangezogen.
Eckrentner:
Statistisch erfundene Person, die 45 Jahre lang in die deutsche Rentenversicherung einzahlte und dabei stets das Durchschnittseinkommen erzielte, also jedes Jahr 1 Entgeltpunkt sammelte.
Entgeltpunkte:
Wichtiger Bestandteil zur Berechnung der Rentenhöhe in der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer ein Einkommen hat, das genau dem Durchschnittseinkommen entspricht, erhält einen Entgeltpunkt (im Jahr). Ist der Verdienst nur halb so hoch, gibt es nur 0,5 Entgeltpunkte. Die Summe aller angesammelter Entgeltpunkte werden für die Berechnung der Rente berücksichtigt (siehe auch Rentenformel).
Ersatzzeiten:
Bezeichnet man Zeiten in denen keine Beitragszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung erfolgte, weil der Versicherte daran gehindert war. Z.B. durch Kriegsgefangenschaft, NS-Verfolgung, Flucht und politische Haft in der DDR. Diese Zeiten werden für die Wartezeit und Rentenberechnung berücksichtigt.
Ertragsanteil:
Dies ist der steuerpflichtige Teil einer Rente. Die Höhe richtet sich nach dem Alter bei Erstbezug der Rente. Bei Erstbezug einer Rente mit 50 beträgt der Ertragsanteil z.B. 30 %, bei Erstbezug mit 67 Jahren ist der Ertragsanteil nur noch 17 %.
Freibetrag bei Einkommensanrechnung:
Gibt an bis zu welcher Höhe (eigenes) Einkommen bei Bezug einer Rente nicht angerechnet wird. Der Freibetrag ist abhängig von der Rentenart, z.B. Witwen-, Witwer-, Waisenrente, Erwerbsminderungsrente, vorzeitige Altersrente.
Generationenvertrag:
Darauf stützt sich die gesetzliche Rentenversicherung. Die jüngere (arbeitende) Generation zahlt mit ihren Beiträgen die Leistungen der heutigen Rentner und erhält ihre Rentenleistung von der folgenden arbeitenden Generation.
Gesetzliche Rentenversicherung (GRV):
Teil des Sozialversicherungssystems in Deutschland. Bietet die Leistungen Renten wegen Alters, Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und Renten wegen Todes.
Grundsicherung:
Ist der Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu gering, gibt es die Möglichkeit die Grundsicherung zu beantragen.
Höchstbeitrag:
Der Beitrag, der maximal in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt werden kann. Er ist abhängig vom jeweils gültigen Beitragssatz und der BBG. 2018 beträgt er 1.209,- € pro Monat.
Kapitaldeckungsverfahren:
Der Sparanteil aus dem Beitrag wird am Kapitalmarkt angelegt und für jeden einzelnen Versicherten ein Deckungskapital gebildet. Dieses steht dann für die zu zahlenden Leistungen zur Verfügung.
Mindestbeitrag:
Der Beitrag, der mindestens in die gesetzliche oder eine private Rentenversicherung einbezahlt werden muss. In der GRV beträgt er für freiwillig Versicherte aktuell 83,70 € monatlich. Bei der privaten Rentenversicherung ist der Mindestbeitrag gesellschaftsabhängig und beläuft sich meist auf 30,- € bis 50,- € monatlich.
Mindestrente:
In der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es keine Mindestrente ggf. besteht Anspruch auf die Grundsicherung. In der privaten Rentenversicherung liegt die Mindestrente je nach Gesellschaft i.d.R. bei 25,- € bis 50,- €. Wird die Mindestrente nicht erreicht, erfolgt eine einmalige Kapitalauszahlung.
Pflichtversicherung:
In der gesetzlichen Rentenversicherung sind neben Arbeitnehmern auch einige Selbständige (z.B. Handwerker, Schein-Selbständige) pflichtversichert. Außerdem Auszubildende, nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen, Bezieher von Kranken-, Verletzten-, Übergangs-, Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe u.a.
Private Rentenversicherung:
Altersvorsorgevertrag der bei einem privaten Versicherungsunternehmen abgeschlossen wird. Gegen eine Beitragszahlung wird zu einem vorher vereinbarten Zeitpunkt eine lebenslange Rentenleistung erbracht. Anstelle einer Rentenzahlung kann auch eine einmalige Kapitalzahlung gewählt werden (siehe auch Private Rentenversicherung).
Rechnungszins:
Dies ist die Garantieverzinsung privater Versicherungsunternehmen für einen Altersvorsorgevertrag. Aktuell beträgt er 0,9 %. Gilt nicht für Vorsorgeprodukte, die ohne Garantieverzinsung kalkuliert sind, z.B. fondsgebundene Rentenversicherung.
Regelaltersrente:
Alle ab 1963 geborene haben mit Vollendung des 67. Lebensjahres Anspruch auf die Regelaltersrente, wenn sie die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben.
Regelbeitrag:
Dies ist der Beitrag, den ein Selbständiger, der rentenversicherungspflichtig ist, zu bezahlen hat. Er beträgt aktuell 566,37 € monatlich (alte Bundesländer, Stand 2018).
Rentenabschlag:
So bezeichnet man Abschläge in der GRV, die vorgenommen werden, wenn Altersrenten beansprucht werden, bevor Anspruch auf die Regelaltersrente besteht. Die Abschläge betragen 0,3 % pro Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme, max. bis zu 14,4 %.
Rentenartfaktor:
Wird für die Berechnung der Rentenhöhe in der gesetzlichen Rentenversicherung benötigt. Ein festgelegter Faktor, der abhängig von der jeweiligen Rentenart ist. Für Renten wegen Alters z.B. beträgt der Faktor 1,0. Bei Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung ist der Faktor 0,5 und bei voller Erwerbsminderung 1,0. Für die kleine Witwen- / Witwerrente 0,25, für die große 0,55 und für die Waisenrente 0,1 bzw. 0,2 (Halbwaisenrente bzw. Vollwaisenrente) - siehe auch Rentenformel.
Rentenformel:
Daraus ergibt sich die Höhe der monatlichen Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie lautet: Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert. Beispiel: Wer in seinem Arbeitsleben 40 Entgeltpunkte gesammelt hat und mit 67 in Altersrente geht erhält: 40 x 1 x 1 x 31,03 = 1.241,20 €.
Rentengarantiezeit:
Gibt es nur in der privaten Altersvorsorge. Grundsätzlich erfolgt die Rentenzahlung lebenslang. Sofern vereinbart, erhalten bei Tod die Hinterbliebenen für die restliche Dauer der Rentengarantiezeit die Leistungen weiterhin ausbezahlt.
Rentenrechtliche Zeiten:
Alle Zeiten die sich auf den Rentenanspruch und die Rentenhöhe in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) auswirken. Dazu zählen Beitragszeiten, beitragsfreie Zeiten, Berücksichtigungszeiten.
Riester-Rente:
Staatlich geförderte zusätzliche Altersvorsorge. Die Förderung wird in Form von Zulagen und einem zusätzlichen Sonderausgabenabzug erbracht (siehe auch Riester-Rente).
Rürup-Rente:
Auch Basisrente genannt. Die Beiträge sind bis zu einer Höchstgrenze steuerlich absetzbar. Die Rentenleistung unterliegt der nachgelagerten Besteuerung (siehe auch Rürup-Rente).
Sicherungsvermögen:
Darunter versteht man die Werte eines Versicherungsunternehmens, die dazu dienen, im Falle einer Insolvenz, die Ansprüche der Versicherten zu gewährleisten. Das Sicherungsvermögen unterliegt strengen Auflagen, wird von einem Treuhänder überwacht und muss getrennt vom übrigen Vermögen einer Gesellschaft verwaltet werden.
Sterbetafel:
Dient privaten Versicherern zur Kalkulation. Gibt für jedes Eintrittsalter an, wie hoch die Lebenserwartung ist. Somit kann der Versicherer also Wahrscheinlichkeiten berechnen wie lange z.B. eine lebenslange Rentenzahlung voraussichtlich geleistet werden muss. Es gibt verschiedene Arten von Sterbetafeln (Periodensterbetafeln, Generationensterbetafeln etc.). Je nach Versicherung werden unterschiedliche Sterbetafeln verwendet z.B. DAV 2004 R für Rentenversicherungen oder DAV 2008 T für Lebensversicherungen.
Teilrente:
Die Altersrente (GRV) kann anstelle einer Vollrente auch als Teilrente in Anspruch genommen werden. Je nach Hinzuverdienst, wird dann ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel der Vollrente ausbezahlt.
Überschussbeteiligung:
Bei einem privaten Altersvorsorgevertrag erhält der Versicherte neben dem Rechnungszins auch eine Überschussbeteiligung. Überschüsse sind erwirtschaftete Gewinne eines Versicherungsunternehmens. Sie entstehen durch Kapitalanlage (Zinsüberschuss), aber auch wenn das Unternehmen weniger Risikoausschüttungen (z.B. Todesfallleistungen) vornehmen muss (Risikoüberschuss) oder die Kosten geringer ausfallen als kalkuliert (Kostenüberschuss).
Umlageverfahren:
Die laufenden Beitragseinnahmen werden für die laufenden Rentenzahlungen verwendet (siehe auch Generationenvertrag).
Versorgungslücke:
So wird die Differenz zwischen den aktuellen Einnahmen und den zu erwartenden Einkünften im Alter genannt. Um den gewohnten Lebensstandard auch später halten zu können, muss die Versorgungslücke geschlossen werden. Ansonsten wird im Alter mit Einschränkungen zu rechnen sein.
Wartezeiten:
Um Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung in Anspruch nehmen zu können, müssen bestimmte Wartezeiten erfüllt sein. Die allgemeine Wartezeit beträgt 5 Jahre. Solange müssen mindestens in die GRV Beiträge eingezahlt worden sein, um überhaupt einen Anspruch zu haben. Darüber hinaus gibt es noch weitere Wartezeiten, zum Beispiel: 15 Jahre (bei Altersrente wegen Arbeitslosigkeit), 25 Jahre (Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute), 35 Jahre (Altersrente für Schwerbehinderte oder Altersrente für langjährig Versicherte), 45 Jahre (Altersrente für besonders langjährig Versicherte). Für die Rentenleistungen gelten zum Teil neben den Wartezeiten noch weitere Voraussetzungen.
Zugangsfaktor:
Bei Erreichen der Regelaltersrente beträgt der Zugangsfaktor 1,0. Wird früher die Altersrente beantragt, verringert sich der Faktor um 0,003 für jeden Monat, was eine Rentenkürzung von 0,3 % pro Monat bzw. 3,6 % pro Jahr entspricht (max. 14,4 % bei 48 Monate früheren Rentenbeginn). Bei späterer Beantragung erhöht sich der Faktor um 0,005 pro Monat. Das entspricht einer Rentenerhöhung von 0,5 % pro Monat bzw. 6,0 % pro Jahr. Siehe auch Rentenformel
Zurechnungszeit:
Bei verminderter Erwerbsfähigkeit, wird die Zeit vom Eintritt der Erwerbsminderung bis zum 62. Lebenjahr als Zurechnungszeit angerechnet.

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Berufsunfähigkeitsversicherung

Abstrakte Verweisung:
Der Versicherte, der seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, könnte noch eine andere Tätigkeit ausüben. Unabhängig davon, ob er diese Tätigkeit auch tatsächlich ausübt bzw. ob die Arbeitsmarksituation eine solche anbietet. Die meisten Versicherer verzichten auf die Abstrakte Verweisung - lediglich bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente ist dies noch üblich.
Arztanordnungsklausel:
Wird Leistung aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt, kann der Versicherer entsprechende Behandlungen oder Operationen verlangen. Viele Versicherer verzichten darauf, bzw. beschränken die Arztanordnungsklausel auf "zumutbare Behandlungen". Zumutbar bedeutet dann z.B. ohne besondere Schmerzen und mit Aussicht auf Erfolg.
Ausschlüsse:
Bestimmte Vorerkrankungen werden i.d.R. vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.
Beitragsbefreiung:
Im Leistungsfall muss der Versicherte keine Beiträge mehr bezahlen. Die Beitragszahlung wird vom Versicherer übernommen.
Beitragsverrechnung:
Die erwirtschafteten Überschüsse werden mit dem Beitrag verrechnet. Dadurch vermindert sich der zu zahlende Beitrag.
Berufsunfähigkeit:
Liegt vor, wenn der bisher ausgeübte Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeführt werden kann.
Berufsunfähigkeitsrente:
Ist die vereinbarte Rentenleistung die im Falle einer Berufsunfähigkeit erbracht wird.
Dienstunfähigkeit:
Wenn ein Beamter aus gesundheitlichen Gründen ausserstande ist, seinen Dienst zu verrichten spricht man von Dienstunfähigkeit. Während die Berunfsunfähigkeit von einem Arzt festgestellt wird, entscheidet Dienstherr ob eine Dienstunfähigkeit vorliegt.
Dynamik:
Der Beitrag wird in festgelegten Zeitabständen um einen bestimmten Prozentsatz erhöht. Dadurch steigt auch die Berufsunfähigkeitsrente. Dient dem Inflationsausgleich.
Dynamik im Leistungsfall:
Gegen Zusatzbeitrag kann vereinbart werden, dass im Leistungsfall (also bei Berufunfähigkeit) die Berufsunfähigkeitsrente jährlich um einen bestimmten Prozentsatz steigt.
Erstprüfung:
Wird erstmalig eine Leistung wegen Berufsunfähigkeit beantragt, prüft die Versicherung, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.
Erwerbsunfähigkeit:
Während bei der Berufsunfähigkeit lediglich der zuletzt ausgeübte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, liegt eine Erwerbsunfähigkeit vor, wenn aus gesundheitlichen Gründen keinerlei berufliche Tätigkeiten mehr ausgeübt werden können. Zum Beispiel: Kann ein Bäcker wegen einer Mehlstauballergie seinen Beruf nicht mehr ausüben, aber noch einer Tätigkeit im Büro nachgehen, so ist er zwar berufsunfähig aber nicht erwerbsunfähig.
Karenzzeit:
Durch die Vereinbarung einer Karenzzeit verringert sich i.d.R. der Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Tritt eine Berufsunfähigkeit ein, so erfolgt eine Leistung erst nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit, z.B. nach 6 Monaten.
Konkrete Verweisung:
Wird während einer Berufsunfähigkeit konkret (also tatsächlich) eine andere Tätigkeit ausgeübt, so kann der Versicherer darauf verweisen und seine Leistungen einstellen. Die meisten Versicherer verweisen jedoch nur dann konkret, wenn die neue Tätigkeit der bisherigen Lebensstellung in Hinsicht auf soziale Wertschätzung und Einkommen entspricht.
Leistungsdauer:
Das ist der Zeitraum, innerhalb dem die Leistungen erbracht werden. Die Leistungsdauer kann von der Versicherungsdauer abweichen. Zum Beispiel: Versicherungsdauer bis zum 60. Lebensjahr, Leistungsdauer bis zum 67. Lebensjahr. Tritt nun eine Berufsunfähigkeit vor dem 60. Lebensjahr ein, wird die Leistung max. bis zum 67. Lebensjahr erbracht. Tritt die Berufsunfähigkeit erst nach dem 60. Lebensjahr ein, gibt es keine Leistung.
Meldefrist:
Manche Versicherer verlangen die Geltendmachung von Ansprüchen wegen Berufsunfähigkeit innerhalb einer bestimmt Frist.
Mitwirkungspflicht:
Wird eine Leistung wegen Berufsunfähigkeit beantragt, muss der Versicherte gewisse Pflichten erfüllen. Z.B. Dokumente, detaillierte Tätigkeitsbeschreibung, Arztberichte etc. dem Versicherer zur Verfügung stellen, evtl. weitere Untersuchungen durchführen lassen usw.
Nachprüfung:
Wird Leistung wegen einer Berufsunfähigkeit erbracht, kann der Versicherer in regelmäßigen Abständen eine Nachprüfung durchführen lassen. Hierbei wird festgestellt, ob die Voraussetzungen für die Leistung noch erfüllt sind, ob also noch eine Berufsunfähigkeit vorliegt.
Nachversicherungsgarantie:
Hierdurch kann nachträglich die Leistung (Höhe der Berufsunfähigkeitsrente) ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden. Dies ist zu bestimmten Ereignissen (z.B. Heirat, Meisterprüfung etc.) möglich und bei einigen Versicherern auch oder ein bestimmtes Ereignis innerhalb bestimmter Fristen.
Prognosezeitraum:
Darunter versteht man, wie lange eine Berufsunfähigkeit voraussichtlich mindestens bestehen muss, damit Anspruch auf Leistung besteht. Meist 6 Monate, es gibt aber auch Versicherer die 36 Monate fordern.
Rückwirkende Leistung:
Wird eine Berufsunfähigkeit erst nachträglich festgestellt (der Regelfall) - und damit auch erst später gemeldet -, so erbringen einige Versicherer eine rückwirkende Leistung ab Beginn.
Versicherungsdauer:
Gibt den Zeitraum an, für den Versicherungsschutz besteht.
Versorgungslücke:
Die Differenz zwischen dem jetzigen Einkommen und den Einkünften die nach einer Berufsunfähigkeit zur Verfügung stehen. Um den gewohnten Lebensstandard auch bei Berufsunfähigkeit halten zu können, sollte die Versorgungslücke geschlossen werden. Ansonsten ist mit Einschränkungen zu rechnen.
Vorvertragliche Anzeigepflicht:
Der Antragsteller ist verpflichtet, alle ihm bekannten gefahrerheblichen Umstände, nach denen der Versicherer in Textform fragt, wahrheitsgemäß und vollständig anzuzeigen, z.B. die Gesundheitsfragen zu beantworten. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass dieser Pflicht nicht nachgekommen wurde, muss der Versicherer unter Umständen keine Leistung zahlen oder kann ggf. sogar vom Vertrag zurück treten.

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